Prinz-München

Veröffentlicht am 19. Okt, 2011 in WEB

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Wenn der Vorhang fällt: Margarita Broich.Portaits

Margarita Broich, geboren 1960 in Neuwied, absolvierte von 1977 bis 1980 das Studium „Fotodesign“ an der Fachhochschule Dortmund, anschließend arbeitete sie 1981 und 1982 als Theaterfotografin am Schauspielhaus Bochum (Intendant Claus Peymann). Von 1983 bis 1987 studierte sie Schauspiel an der Hochschule der Künste, Berlin. Nach ihrem ersten Engagement 1987 am Schauspielhaus Frankfurt am Main spielte sie u.a. am Deutschen Theater, am Schillertheater, am Berliner Ensemble, am Maxim-Gorki-Theater, an der Volksbühne Berlin und bei den Salzburger Festspielen. Sie arbeitete u.a. mit den namhaften Regisseuren Einar Schleef, Heiner Müller, Robert Wilson, George Tabori und Christoph Schlingensief. Von 1991-2002 war sie Mitglied des Berliner Ensembles.
Margarita Broich war außerdem seit Jahren als Schauspielerin in preisgekrönten Fernseh- und Filmproduktionen zu sehen, u.a. in „Unter Bauern“ von Ludi Boeken, in „Der Vorleser“ von Stephan Daldry sowie in Hermine Huntgeburths jüngsten, preisgekrönten Filmen „Effi Briest“, „Teufelsbraten“ und „Neue Vahr Süd“. In diesem Jahr steht und stand sie nahezu durchgehend für Haupt- und wichtige Nebenrollen im Theater und in Kino- und TV- Produktionen vor der Kamera: Zu ihren aktuellen Produktionen zählen: „Glück, Frau“
(Regie: Doris Dörrie), „Tatort Leipzig“ (Regie: Thomas Jauch), „Die Heimkehr“ (Regie: Jo Beier), „Die Quellen des Lebens“ (Regie: Oskar Roehler), „Anleitung zum Unglücklichsein“ (Regie: Sherry Hormann), „I don’t like Monday’s“ (Regie: Aelrun Götte), „Der Hafenpastor“ (Regie: Stephan Meyer).
Seit Jahren geht Margarita Broich einer weiteren Leidenschaft nach – der Fotografie, die sie schon im Alter von zehn Jahren begeisterte. Richtig intensivierte sie diese Arbeit vor drei Jahren: „Nach einer Vorstellung von „Rosebud“ an der Volksbühne Berlin, kam ich mit Theaterblut verschmiert in meine Garderobe und war über meinen Anblick im Spiegel fast erschrocken. Von da an habe ich diesen besonderen Moment, diesen eigenartigen Zustand nach dem Ende einer Vorstellung, bei Kollegen, mit denen ich gespielt oder gedreht habe, versucht festzuhalten.“
2009 fand ihre Ausstellung „Ende der Vorstellung“ mit rund 60 Porträtarbeiten im Museum der Moderne in Salzburg statt. Von März bis Ende Mai 2011 war die Ausstellung unter dem Titel „Wenn der Vorhang fällt“ im Gropius Bau in Berlin zu sehen, erweitert um viele neue Porträts namhafter Schauspielkollegen. Und nun geht „Wenn der Vorhang fällt“, wiederum erweitert, nach München, ins Deutsche Theatermuseum.
Der sehr private Blick auf ihre Kollegen am Theater und am Filmdrehort erlaubt Margarita Broich, den fragilen Zustand des Schauspielers unmittelbar nach einer Vorstellung oder Szene einzufangen. Erschöpft und gleichzeitig belebt, noch in Kostüm und Maske, fällt die Rolle vom Körper ab. Margarita Broichs Bilder entstehen in diesen unbeobachteten Zwischenräumen: in Theatergängen, Garderoben, Wohnwägen oder im Freien. Es sind ungeschönte und ehrliche Bilder prominenter Zeitgenossen darunter Kate Winslet, Ben Becker, Martin Wuttke, Christoph Schlingensief, Veronika Ferres, Ulrich Tukur, Christiane Hörbiger, John Malkovich.

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