Bunte

Christiane Soyke ist seit 2002 bei der BUNTEN als Autorin tätig. Seit 2009 ist sie Mitglied der Chefredaktion.
Der Artikel ist erschienen in der Ausgabe Nr. 31 am 23.7.2009

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Der Bulle von Salzburg

von Christiane Soyke

Countdown für die Festspiele in Salzburg und Bayreuth: Wer geht wohin und warum?

Die Highlights findet man nicht nur im Opernhaus.

Es scheint eine Glaubensfrage zu sein Salzburg oder Bayreuth. Wolfgang Amadeus Mozart oder Richard Wagner, Mönchsberg oder Grüner Hügel? Diplomatische Kunstkenner wie Kanzlerin Angela Merkel besuchen gern beide. Doch dieses Jahr muss sich die Society entscheiden – die Premieren finden zeitgleich am 25. Iuli statt: Bayreuth startet mit „Tristan und lsolde“ in einer Christoph Marthaler-lnszenierung, in Salzburg gibt es „Theodora“ von Georg Friedrich Händel mit Sopranistin Christine Schäfer. Was tun? BUNTE hat prominente Festivalgänger gefragt und zwei Höhepunkte abseits des normalen Festspielprogramms entdeckt. Tatort“ Kommisar Martin Wuttke beispielsweise fiel die Wahl nicht schwer. Er folgt Ehefrau Margarita Broich nach Salzburg. Denn: Die bekannte Schauspielerin und Fotografin zeigt dort im Rupertinum die Ausstellung „Ende der Vorstellung“ – eine Sammlung von Momentaufnahmen berühmter Schauspieler und der BUNTE-Tipp für Salzburg Fans.

War lhr Mann der Erste, den Sie in Kostüm und Maske fotografiert haben?

Eigentlich habe ich mit Selbstporträts angefangen. 2001 kam ich z. B, in „Rosebud“ mit Theaterblut verschmiert von der Berliner Volksbühne in die Garderobe und war fast erschrocken über meinen Anblick im Spiegel. Von da an habe ich versucht, diesen besonderen Moment bei meinem Mann und Kollegen, mit denen ich gedreht habe, festzuhalten. Irgendwann hatte ich eine Mappe, die mir Türen bei Kate Winslet, Christiane Hörbiger oder Klaus Maria Brandauer geöffnet hat.

Und warum zeigen Sie die Fotos in Salzburg?

Weil ich von Rupertinum-Direktor Toni Stooss dazu eingeladen wurde und die Salzburger Festspiele einfach ein Highlight sind. Mein Mann hat vor Jahren in Salzburg „Dantons Tod“ gespielt. Wir verbinden viele schöne Erinnerungen mit diesem Ort.

Was ist mit Bayreuth?

Da hatten wir ein unangenehmes Erlebnis. Wir waren zu „Tristan und Isolde“ eingeladen und mein Mann bekam nach ein paar Minuten einen Anfall von Platzangst. Sie können sich vorstellen, wie peinlich das war! Die ganze Welt reist an, um dort Wagner zu hören, aber meinem Mann schlugen das viele Parfum und die großen Rüschen auf den Magen. Deswegen mussten wir den Saal schon während der Ouvertüre verlassen.

Und die Musik von Wagner?

Die ist großartig. Wir saßen draußen auf der Wiese und haben von dort zugehört. Das war wunderschön.