Margarita Broich

Margarita Broich – Die Schauspielerin
hat ein gutes Auge für ihre Kollegen

Für die Ausstellung „Ende der Vorstellung“
(Martin Gropius Bau, Berlin, bis 30.5.2011) haben Sie Schauspielkollegen nach dem Auftritt fotografiert.
Wie kam es dazu?

2002 wurde ich in einem Stück auf der Bühne erschossen. Als ich danach blutverschmiert in den Garderobenspiegel sah, habe ich mich total erschrocken. Das Selbstporträt, das ich damals gemacht habe, war der Startschuss. Ich wollte zeigen, welche Spuren der Job bei Schauspielern hinterlässt, ganz unmittelbar. Bei den Fotos hatte ich dann oft selbst noch das Kostüm an.

Neben Deutschen wie Martina Gedeck, Ben Becker oder Sophie Rois haben Sie auch Kate Winslet vor die Linse gekriegt.

Ja, da hatte ich eine Winzrolle bei „Der Vorleser“, saß aber jeden Tag mit ihr im Gerichtssaal. Wir sind ins Gespräch gekommen, sie suchte nach einem Spielplatz in Berlin für ihre Kinder, und irgendwann habe ich ihr meine Bilder gezeigt. Der Rest lief dann sehr unkompliziert.

Sie haben erst Fotografie studiert. Wie kamen Sie überhaupt auf die Bühne?

Mit Anfang 20 war ich Theaterfotografin in Bochum. Und fand irgendwann das, was auf der hellen Bühne passierte, spannender, als allein in der Dunkelkammer zu sein. Jetzt ist Schauspielen mein Beruf. Und Fotografieren die Sahnehaube.